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Oktober 2005

Dippoldseggersbach im November 2005

Dezember 2005


Nach oben Adele Saumrocks
    Randnotizen

Was sollten wir bloß tun, wenn es die Zeitung nicht gäbe! Im Fernsehen bringen sie immer nur neue Schreckensmeldungen: immer höhere Arbeitslosigkeit, Katastrophen, der wochenlange Streit um das Bundeskanzleramt - man kann es ja gar nicht mehr hören. Dazwischen immer mal ein ausgebüchster Gewaltverbrecher, so zwischen Kaffeewerbung und Sportergebnissen - nein, das kann und will ich einfach nicht mehr hören! Da nehme ich mir lieber meine Zeitung zur Hand - ich darf den Titel nicht sagen, das wäre verbotene Werbung und Brotakt Pläsment oder wie das heißt, sagte man mir -, aber es ist, Sie wissen schon, das große bunte Abiturientenblatt mit den vier Buchstaben. Die schreiben immer so nette Sachen. Neulich las ich erst ein paar kluge Tipps, wie man glücklich wird. Ich hätte nie geglaubt, dass das so einfach ist. "Suchen Sie sich einen Beruf, der glücklich macht!", empfahlen zum Beispiel nicht näher benannte Forscher. Tolle Idee! Wer wäre darauf nur ohne dieses Forschungsprojekt gekommen? Ich zeigte meiner Schwiegertochter diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, als sie gerade von ihrem Termin beim Arbeitsamt kam und kurz mal bei mir rein schaute. "Na prima, und dann soll ich noch zwei Kilometer jeden Tag gehen", fauchte sie missgelaunt zurück. "Das könnte ich gleich mit dem Weg zum Arbeitsamt verbinden. Nur was soll ich jeden Tag dort? Die haben eh nichts für mich!" Welcher Beruf sie tatsächlich glücklich machen würde, darüber habe sie seit ihrer Schulzeit nicht mehr nachgedacht. Sie wäre momentan schon glücklich, wenn es wenigstens mit dem Ein-Euro-Job als Tribünenreinigungskraft im Sportpark klappen würde, bekannte sie. "Fein, da läufst du dann ja viel", freute ich mich für sie. "Und dann sollst du dir noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung suchen!", ließ ich nicht locker. "Gehört Stellenanzeigen lesen und Bewerbungen schreiben auch dazu?", fragte sie skeptisch. "Nun ja", meinte ich, "sinnvoll ist es ja schon und in deiner Freizeit machst du das schließlich auch", überlegte ich. Doch sie hatte die Frage gar nicht richtig ernst gemeint, merkte ich. So habe ich die anderen Tipps zum glücklich Sein lieber weg gelassen.
Als meine Schwiegertochter weg war, überlegte ich so bei mir, ob ich nach Maßgabe dieser seltsamen Forscher eigentlich glücklich bin - glücklich sein kann. Ich soll lächeln - gut, das mache ich immer, vor allem wenn ich die Zeitung lese oder meinem Nachbar bei der Gartenarbeit zuschaue. An etwas Schönes denken - tja, Hans Albers, als er noch jung war, Udo Jürgens, als er allmählich alt geworden ist, oder aber meinen Hugo Gott hab ihn selig. Es gibt viele schöne Dinge, an die ich denke! Die sinnvolle Freizeitbeschäftigung habe ich auch, immerhin darf ich jeden Monat etwas für die Dippoldseggersbach News schreiben. Freundschaften pflege ich ebenfalls, laufen auch - nur die Sache mit dem Beruf war schwierig. "Als du noch in der Sparkassenkantine gearbeitet hast, das warst du ständig am Schimpfen über die ganzen Macken von diesem oder jenem Bankheini. Das nennst du glücklich?", meinte meine Schwiegertochter. Naja, das versteht sie nicht. Das war eben das Schöne daran, man konnte sich über Gott und die Welt aufregen, vor allem wenn weder Gott noch die Welt dabei waren und zuhörten.
Bin ich froh, dass ich nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten auch wirklich glücklich sein kann! Wenn nicht, dann hätte mich das richtig unglücklich gemacht!

Nach oben Vor dem Schlimmsten bewahrt

Zu einem lebensrettenden Einsatz musste kürzlich die Feuerwehr von Dippoldseggersbach ausrücken. Die lebensmüde Ein-Euro-Jobberin Elfriede B. Krug hatte sich nach getaner Arbeit demonstrativ auf diesen Stapel Bierkästen gesetzt und gedroht, herunter zu springen. "Nicht einen Kronenkorken mehr beule ich aus, nicht für dieses Geld. Da lieber mache ich Schluss!", diktierte sie unserem aufmerksamen Reporter in den Block, bevor dieser die Rettungskräfte alarmierte. Seit Wochen biege sie nun schon Kronenkorken von Bierflaschen wieder gerade, damit diese als Camping-Aschenbecher in Jugendclubs aufgestellt werden können. Irgendwann stiegen ihr die Kronen jedoch zu Kopfe und sie fühlte sich dieser anstrengenden Arbeit nicht mehr gewachsen.
Den Rettungskräften gelang es jedoch, sie zu überzeugen, dass das Leben doch lebenswert ist. Um dies zu untermauern, brachten die Kameraden einen Kasten Flensburger (Schnappverschluss!) mit, den man gemeinsam mit der verzweifelten Frau leerte. Schon wesentlich gefestigter stieg sie schließlich von ihrem selbstmörderischen Hochsitz herab (Foto). Wieder eine gute Tat begangen!


Nach oben  Ordnungshüter erhalten neue Dienstkleidung

Mit einer moderneren, mehr auf ihre Aufgabe zugeschnittenen Dienstkleidung (im Foto links) verrichten seit kurzem die Ordnungshüter von Dippoldseggersbach ihren Dienst. "Bei der Wahrnehmung ihrer hoheitlichen Aufgaben, z.B. der Überwachung des ruhenden Verkehrs, sollen unsere Beamten besser als Respektspersonen erkannt und geachtet werden", erklärte der Ordnungsdezernent dazu. All zu oft sei es bereits vorgekommen, dass Bürger in beleidigender Weise gegen die Vollzugsbeamten des Ordnungsamtes vorgegangen seien, um sie an ihrer Dienstpflicht - dem Befestigen von kleinen Zetteln an der Windschutzscheibe der parkenden Autos - zu hindern. Man hoffe, solche Übergriffe mit der neuen Dienstkleidung sowie der dazugehörigen Ausrüstung (siehe ebenfalls im Foto) auf ein Minimum reduzieren zu können.


Nach oben Der Herbst 
entblättert die Natur

Jaja, der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter bunt und manchmal entblättert er eben auch das Eine oder das Andere. In unserem Fall gleich alle beide. Schön von Herrn Herbst, dass er so rücksichtsvoll war, die beiden jungen Damen wenigstens noch bunt zu färben, nachdem er sie schon entblättert hat.
Zu sehen sind die Beiden übrigens immer mimodotags von 15 bis 20 Uhr auf der Hauptnebengassenstraße 13.


Nach obenIn der Warteschleife

Es gab Zeiten, da konnte man einfach auf den Straßen durch Dippoldseggersbach fahren. Daran mag wohl auch dieser Mann gedacht haben, der offensichtlich schon einen längeren Zeitraum auf die Wiedereröffnung der Straße in seinem Wohnviertel wartet.
Dummerweise hatte er vergessen, sein Auto auf einen nahe gelegenen Parkplatz zu fahren und kommt nun nicht einmal mehr zum Einkaufen. Aber was ein richtiger Dippoldseggersbacher ist, der weiß sich auch so zu helfen, gelle!


Nach oben Armut treibt Musiker auf die Straße

Mit einem Plattenvertrag ist es so eine Sache, wenn man nicht ganz dem Schönheitsideal der Musikindustrie entspricht. So bleibt auch in Dippoldseggersbach manchem mehr oder weniger jungen Musiktalent nichts anderes übrig, als sein Glück auf der Straße zu versuchen. Diese beiden Musikanten wählten sich für ihren Auftritt "Greatest Hits - unplugged" eine markante Kreuzung in der Kreisstadt aus, an der im wahrsten Sinne des Wortes keiner vorbei kam. Das Publikum blieb tatsächlich stehen und das Duo konnte schließlich ein ganz erkläckliches Sümmchen auf der Haben-Seite verbuchen - gesammelt von Passanten und Kraftfahrern, damit sie die Kreuzung endlich wieder frei gaben. Immerhin - ein mal im Leben vor großem Publikum gespielt!


Texte und Grafiken bzw. Fotos: 
Ronald Willmann (6,2); Harald Weber (1,4) 


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