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Nach oben Hartz verhütet nicht

"Macht Armut schwanger?" lautete ein kürzlich im Neuen Deutschland erschienener Artikel von Jochen Bülow. Dieser verwies auf das Problem, dass Hartz-IV-Empfängerinnen die Kosten für Schwangerschaftsverhütung seit 2005 selbst tragen, während bis 2004 Sozialhilfeempfängerinnen Verhütungsmittel kostenfrei bekamen.

Der Landtagsabgeordnete und Sprecher für Familienpolitik der Linkspartei.PDS-Fraktion im Sächsischen Landtag, Falk Neubert, verweist darauf, dass damit die Gefahr besteht, dass es durch diese Regelung verstärkt zu ungewollten Schwangerschaften und damit auch zum Anstieg von Schwangerschaftsabbrüchen bei Hartz-IV-Empfängern kommen kann. "Im Sozialgeld bzw. ALG II ist ein monatlicher Betrag für Gesundheitspflege in Höhe von 13,17 Euro enthalten. Davon müssen alle Kosten zur Gesunderhaltung, Vorsorge und Krankheit abgedeckt sein.", sagt Falk Neubert. "Die Pille kostet im Monat zwischen 15 und 30 €. Das ist für Hartz-IV-Empfängerinnen finanziell ein Problem. Abbrüche dagegen zahlt zu 100 Prozent die Krankenkasse."

Der Landtagsabgeordnete Falk Neubert hat dieses Problem aufgegriffen und einen telefonischen Rundruf durch die zuständigen Bundesministerien veranlasst. Aber sowohl das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung als auch das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fühlten sich für dieses Problem nicht zuständig.

Dem gegenüber erklärten die Mitarbeiter an der Hotline des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, dass ihnen das Problem gehäufter Schwangerschaftsabbrüche bei Hartz-IV-Empfängerinnen nicht bekannt sei. Jedoch wurde empfohlen auf günstigere Verhütungsmethoden zurückzugreifen. Welche diese im Einzelnen sind, wurde nicht erwähnt.

Der sächsische Familienpolitiker Falk Neubert fordert: "Wenn man böse wäre, könnte man unterstellen, dass die Bundesregierung auf diesem Wege den `Pillenknick` in der Bevölkerungspyramide künstlich korrigieren möchte. Schon allein aus Rücksicht auf die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen müssen Verhütungsmittel auch finanzierbar sein. Ein Schritt in diese Richtung wäre die Umsetzung der Forderung der Linkspartei.PDS, das ALG II auf mindestens 420 € zu erhöhen. Wir werden auf jeden Fall an unseren Infoständen auf den Wochenmärkten und in meinem Bürgerbüro auf dieses Problem mit Gratis-Kondomen reagieren."

Nach oben "Das Grauen" setzt Wahl-Maßstäbe

Die etablierten Parteien haben versagt und somit ist die Zeit gekommen für frischen politischen Wind. Der weht jetzt auch durch die zugigen Gassen von Dippoldseggersbach. Nach der Seniorenpartei "Die Grauen" tritt hier jetzt "Das Grauen" an.

"Unser Name ist Programm", erklärte der Orstgruppenvorsitzende, Dr. Schwartz-Gälder, auf der Gründungspressekonferenz. Doch nicht nur durch ihren Namen will sich die Partei von ihren Mitbewerbern um die begehrten Mandate unterscheiden. "Wir geben grundsätzlich keine Wahlversprechen ab, sondern wir sagen den Leuten, was wir alles nicht tun werden", so der Parteichef weiter. So sei es erklärtes Ziel des "Grauens", dass Dippoldseggersbach kein Stadtbad wieder bekommt. Auch verzichte man weiterhin auf die Erhebung einer Pacht für das zur Fischzucht genutzte ehemalige Badebecken. "Neues Geld in der Kasse weckt nur neue Begehrlichkeiten. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen", meint Dr. Schwarz-Gälder zu diesem heiklen Punkt.

Ein weiterer Kernpunkt aus seinem Wahlprogramm ist die Aufrechterhaltung der Baustellen in Dippoldseggersbach. "Nach einem uns vorliegenden Gutachten können wir beweisen, dass sich der Bau und die Sperrung der Schwarzeritz-Straße ohne allzu große Anstrengungen ohne weiteres bis ins Jahr 2012 hinaus ziehen lässt", verkündete der örtliche Parteisekretär. Ursprünglich sollte die Straße, an der die Baumaßnahmen gerade mal drei Jahre laufen, bereits im Jahr 2009 fertig sein. Mit gleicher Konsequenz wolle sich seine Partei im Falle eines erfolgreichen Abschneidens bei der Wahl auch darum bemühen, dass die Baustellen auf der Bundesstraße nicht so bald abgeschlossen werden. Ein erst kürzlich angeschaffter Fördertopf in Brüssel halte Mittel für die permanente Straßenerneuerung in asphaltstrukturschwachen Regionen bereit. Damit könnten Arbeitsplätze im Tiefbau dauerhaft erhalten werden, ohne dass durch Straßenneubau weitere Flächen versiegelt würden.

Doch nicht nur in die Bereiche Sport und Wirtschaft zielen die Bemühungen des "Grauens". Auch um die örtliche Kultur habe man sich ernsthafte Gedanken gemacht. So will die Partei durch konsequentes Abblocken eines Nutzungskonzepts dafür sorgen, dass die baulichen Errungenschaften am hiesigen Kulturzentrum lange erhalten bleiben und nicht durch eine übermäßig hohe Besucherfrequentierung beizeiten abgenutzt würden. Mit der Verpflichtung einiger berüchtigter Sonatensänger sowie einer gefürchteten Stimmungskanone trage man dafür Sorge, dass sich garantiert nie mehr als 50 Leute auf einmal in dem schmucken neuen Saal drängen. Das Parkett wird diesen Bemühungen Recht geben.

Trotz dieser wahrhaft revolutionären Ideen, die sicherlich den Nerv weiter Bevölkerungsschichten treffen, werden dem "Grauen" jedoch nur geringe Chancen bei der Wahl eingeräumt. Warum? Nun, gerade die Eckpunkte ihres Wahlprogramms wurden bereits von anderen politischen Gruppierungen realisiert!


Nach oben  Neue Brücke eingeweiht

Von den Fördermitteln aus dem EU-Programm "Kultur aufs Land" konnte jetzt auch unser Nachbarort Grimmhardtsrein profitieren. Mit einer 50-prozentigen Bezuschussung konnte diese Brücke gebaut werden, die der Bürgermeister persönlich einweihte (Foto). "Nun bemühen wir uns noch um eine behindertengerechte Erweiterung", zeigte er anschließend sofort neuen Tatendrang.


Texte und Grafiken bzw. Fotos: Ronald Willmann (3,0); Harald Weber (1,5) 


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