Adele
Saumrocks
Randnotizen
Das sieht den Wessis mal wieder ähnlich - eine alt gediente
Grenzmauer unter Schutz stellen zu wollen! Mit dem römischen
Limes in Hessen und Bayern, den sie ins UNESCO-Weltkulturerbe
aufnehmen lassen wollen, fängt es ja nur an, da braucht mir
keiner etwas zu erzählen! Ich kann mir schon denken, welches die
nächste Mauer ist, die einen Schutzstatus erhalten soll!
Dabei ist es ja sicher kein Zufall, dass gerade in den
Bundesländern der Herren Koch - er erinnert mich mit seiner
schnittigen Frisur immer an den Gruppenführer meines älteren
Bruders bei den Pimpfen - und Stoiber ein Grenzwall als Kulturerbe
betrachtet wird. Einmauern und ja nichts raus oder rein lassen!
Ich kenne die Leute dieser Geisteshaltung. Mein Nachbar ist ja
auch so Einer. Die Hecke kann gar nicht hoch genug wachsen, das
ist schon keine normale Hecke mehr, da hätte selbst der Prinz von
Dornröschen seine Schwierigkeiten gehabt, durchzukommen - auch
nach hundert Jahren nicht und selbst ohne Stacheln.
"Privatsphäre" nennt er das und stellt sich dabei stets
nach seinem Mittagsschlaf in Unterhose ans geöffnete Fenster im
ersten Stock. So hoch, dass er dahinter verborgen bleibt, kann
selbst seine Hecke kaum wachsen!
Apropos Unterhosen - da bin ich ja gleich beim nächsten Thema
gelandet, was Grenzwälle betrifft. Kaum haben die Politiker
Europa vereinigt, ohne uns vorher zu fragen, schon wollen es
einige von ihnen wieder mit einem Stacheldrahtzaun teilen. Nur
weil unser Außenminister, ein herzensguter Kerl, wie er mir mit
seinen Schwabbel-Pausbäckchen immer erscheint, ein paar junge
Damen aus der Ukraine nach Deutschland rein gelassen hat, die
vielleicht von der Bekleidung her mit ihren knappen Miniröckchen
- die sie auch noch als Dienstkleidung von der Steuer absetzen -
nicht ganz dem üblichen touristischen Erscheinungsbild
entsprachen. Also Mauer, Zaun und Stacheldraht vor der Ukraine
aufgebaut. Ich glaube, wer so etwas fordert, der möchte bloß den
Mädchen besser unter den Rock gucken können, wenn sie über die
Mauer klettern müssen!
Ja, wenn Mauern nur so einfach das Ungemach von uns fernhalten
könnten! Da müssten zuerst einmal welche um unsere Parlamente
herum aufgebaut werden, denn was dort so mitunter für
zwielichtige Gestalten hineinströmen, das kann auch nicht im
Sinne der Sache sein. Und als neulich diese wilden Motorradrocker
durch unser Städtchen knatterten, da hätte ich auch lieber eine
Mauer davor gehabt! Man hört ja so viel Schlimmes von denen, ihre
Zigarettenkippen lassen sie auch einfach auf die Straße fallen,
das habe ich selber gesehen! Die jungen Damen aus der Ukraine, die
sind da viel freundlicher, winken den vorbei Fahrenden an der
Straße zu, immer höflich und freundlich, naja, wenn auch
manchmal vielleicht doch etwas unpassend gekleidet.
Das wiederum findet mein Nachbar nicht. Und er weiß, wovon er
redet. Immerhin beobachtet er sie stets ganz aufmerksam von seinem
Schlafzimmerfenster aus, wenn er seinen Mittagsschlaf beendet hat.
Da kann er mal von Glück sagen, dass seine Hecke noch nicht den
ersten Stock überwuchert hat, sonst könnte er ja bei dem Thema
gar nicht mitreden!
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Sommerloch endlich gefunden? Allen
Lesern, welche diese Ausgabe für etwas mager halten, möchten wir
als Entschuldigung das jährliche Sommerloch anbieten.
Um damit im nächsten Jahr keine Probleme zu haben, wurde es zwar
abgedeckt, aber dabei leider unser Redakteur vergessen, welcher
ins Sommerloch gefallen war.
Trotz vielfacher Bemühungen kann sich unser Fotograf leider nicht
mehr an den genauen Standort des Sommerlochs erinnern, so
dass wir unsere August-Ausgabe ohne Redakteur gestalten mussten.
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Bahn wertet Kreisstadt auf
Mit der im wahrsten Sinne des Wortes Bahn brechenden
Entscheidung zum Wiederaufbau unserer beliebten Schmalspurbahn hat
der Verkehrsträger die Weichen klar in Richtung Aufwertung der
Kreisstadt gestellt. Diese soll künftig nicht mehr ein
unbedeutender Durchgangsbahnhof sein, an dem die Züge kurz
halten, einmal tuten und dann schleunigst weiterdampfen. Nein, die
Kreisstadt wird in den Rang eines bedeutenden Endpunktes erhoben.
Die Schmalspur-Experten haben beschlossen, die vor drei Jahren
zerstörte Strecke - Donnerwetter, so lange ist das schon her, wie
die Zeit vergeht! - nicht mehr in voller Länge aufzubauen,
sondern erst einmal nur bis in die kreisstädtische Metropole.
Züge kommen an, die Fahrgäste steigen allesamt hier aus - was
wollen sie auch sonst machen? -, das Rangieren kann hautnah
beobachtet werden, und nach einem erlebnisreichen Aufenthalt geht
es wieder zurück.
Der Tourismus im Städtchen sieht goldigen Zeiten entgegen! Und
da es nun noch ein Jahr länger mit dem Wiederaufbau dauert,
bleibt uns die Vorfreude entsprechen länger erhalten. Diese soll
nach altem Volksglauben ohnehin die schönste Freude sein. Also
Friede, Freude, Eierkuchen, oder?
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Wasser-Anschlag - Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Nach den völlig überraschenden und starken Regenfällen von
Anfang Juli laufen die Ermittlungen nach den Hintermännern auf
Hochtouren. Wie aus den Reihen der eigens dafür gebildeten Soko
"Platsch" zu erfahren war, liege zwar ein
Bekennerschreiben einer als ultraorthodox eingeschätzten
Schamanen- und Regenzauberergruppe vor, jedoch könne dessen
Echtheit zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch dementiert
werden. Zu möglichen Zusammenhängen mit den tropischen Hurrikans
über der Karibik wollte sich der leitende Beamte ebenfalls nicht
äußern. "Wir gehen jedoch davon aus, dass wir es mit einem
weltweiten Netzwerk zu tun haben", rechnete der leitende
Ermittler mit dem Äußersten.
Die Regen- und Hagelfälle hatten zahlreiche Straßen und Wege
überschwemmt, einige infrastrukturell bedeutsame Pilzpfade waren
eine zeitlang unpassierbar. Durch besonnenes Handeln der
verantwortlichen Stellen wie auch der Bevölkerung sei es jedoch
zu keiner Panik gekommen.
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Schmuggler müssen gestiegenen Spritkosten Rechnung tragen
Den Genossen von der Grenzpolizei ging kürzlich dieser
spektakuläre Fang ins Netz. Ein Agrarschmuggler aus den
osteuropäischen Schwellenländern hatte versucht, diese Fracht im
Wert von rund 200 Euro über die Grenze nach Deutschland zu
bringen. Wie aus allgemein schlecht unterrichteten Quellen zu
erfahren war, wollte der Mann ungeklärter Nationalität neben
verschiedenen weiteren Agrarprodukten auch Gras auf den deutschen
Schwarzmarkt bringen.
Der Polizei kam es dabei zu Gute, dass der Mann kein Geld mehr
für den - mittlerweile sauteuren - Sprit hatte, sein Auto stehen
lassen und auf dieses alternative Transportmittel umsteigen
musste. Nach einer wilden Verfolgungsjagd mit dem Bollerwagen über
den Hohlweg gelang es ihnen schließlich, den Schmuggler am
Grenzweg/Ecke Werner-Stehauf-Gedächtnispfad zu umzingeln und ihn
anschließend in Gewahrsam zu nehmen. "Dafür kriegt er
garantiert eins auf die Rübe", äußerte ein nicht genannt
sein wollender Ermittler gegenüber unserem Reporter.
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Texte und Grafiken bzw. Fotos:
Ronald Willmann (4,1), Harald Weber (2,5)
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