Wozu brauchen
wir 'nen Ruprecht?
Bald nun ist Weihnachtszeit, auch in Dippoldseggersbach.
Natürlich ist in diesem modernen Städtchen niemand so kindisch
und glaubt ernsthaft an den Weihnachtsmann. Das liegt daran, dass
sich Knecht Ruprecht schon lange nicht mehr hier sehen ließ.
Nun fehlt es den Dippoldseggersbachern keineswegs an der für
diesen Kinderglauben unabdingbar notwendigen Romantik. Im
Gegenteil. Fast jedes Heim strotzt nur so vor sprichwörtlicher
Gemütlichkeit. "Trautes Heim, Glück allein" oder
"Ist mein Haus auch schlicht und klein, genügt es doch zum
Glücklichsein", solche und ähnliche Sprüche prangen an
fast jeder Haustür und unterstreichen unübersehbar den Sinn der
Bewohner für ihr kloanes Stückel heile Welt. Diese hört
allerdings auf, wenn jemand mit von Straßenschmutz überzogenen
Schuhen kommt. "Hax'n abkratzen" heißt es mit drohendem
Unterton und durch kompromissloses Ausrufezeichen bekräftigt
gleich neben der Aufforderung "Tritt ein, komm rein, bring
Glück herein". Schmutzige Stiefel, wie sie der
Weihnachtsmann nun einmal durch seinen langen Weg durch den
Wintermatsch hat, zählen nicht unter Glück.
Nur ein kleines Hindernis, aber es kommt noch dicker. Hat sich
Knecht Ruprecht mit seinem Sack voller Geschenke durch die Tür
und an einem wahren Dickicht von Strohsternen - die Nächstenliebe
der Bewohner symbolisierend - vorbei gezwängt und will sein
Sprüchlein aufsagen "Von drauß' vom Walde blablabla"
unterbricht ihn ein strenger Blick der Wohnungsinhaber und ein
dezenter Wink hin zum nächsten Schildchen, welches besagt:
"Du wirst lachen, die Türe die geht zu zu machen!". Er,
der Ruprecht, hat keine Hand mehr frei, versucht mit der
Stiefelspitze der Tür den entscheidenden Stoß zu geben, wirft
dabei eine kitschige Vase um, auf deren Vorderseite ein Hirschlein
durch eine Sprechblase "Schönen Gruß vom Schwarzwald"
röhrt und auf deren Rückseite "Made in Taiwan" steht,
und das war dann sozusagen die Bescherung.
Den wunderschönen, mit Gold-Lametta ganz und gar überzogenen
künstlichen Weihnachtsbaum, der auf dem Polenmarkt nur
achtfuffzig gekostet hat, kriegt er gar nicht mehr zu Gesicht.
Noch völlig verwirrt von so viel stubenreiner Gemütlichkeit
setzt sich der Ruprecht in ein Wirtshaus, um mit flackerndem Blick
auf seinem Tisch ein handgeschnitztes Schild zu lesen: "Hier
sitzen die, die immer hier sitzen!" Das hat er genauso
übersehen wie vor dem Wirtshaus das Schild, welches besagt:
"Reserviert für die Geschäftsleitung" und genau dort
hat er seinen Schlitten abgestellt. Daneben steht "Einfahrt
frei halten" und da er beim besten Willen so eine schwere
Einfahrt nicht auch noch frei halten kann, muss er sich in seinen
Schlitten setzen und davon traben.
Nein, so etwas muss sich der Weihnachtsmann wirklich nicht antun.
Deshalb kommt er nicht mehr nach Dippoldseggersbach und deshalb
glauben die Dippoldseggersbacher auch nicht mehr an ihn. Sie haben
auch so genug Ärger mit dem ganzen Weihnachtsstress.
Ronald Willmann |
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Endlich
gefunden Neulich
brachten Mitarbeiter der Stadtverwaltung
Ordnung ins alte Archiv und stellten fest, dass der letzte Besucher doch
schon sehr lange dort verweilt.
Das war auch Anlass,
gleich mal im ehemaligen Stadtgefängnis nachzusehen. Und auch hier
konnte nun endlich der letzte Gefangene nach Absitzen seiner Strafe
entlassen werden.
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Neue
Wege geht die Dippoldseggersbacher Stadtverwaltung bei
der Beseitigung der Parkplatznot. So wurde jetzt vor den Toren der
Stadt eine Sonderparkmöglichkeit eingerichtet. Den Kraftfahrern
wird empfohlen, bei dessen Nutzung für den ca. 2-stündigen
Fußmarsch ins Zentrum ausreichend Verpflegung mitzuführen.
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Warnung
Intensives und pausenloses spielen am Computer kann dazu führen,
dass man kleine grüne Männlein sieht. Und je länger man spielt,
desto größer werden diese.
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Der Winter steht vor der Tür
und damit beginnt auch wieder die leidige
Streupflicht. Wir empfehlen schon jetzt mit dem Streuen zu
beginnen, damit man dann in der Kälte nicht heraus muss.
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Weihnachtsvorbereitungen
auch
bei der Dippoldseggersbacher Unterwelt. In Erwartung des
Nicolaus und des Weihnachtmannes hat sich auch die Unterwelt
von Dippoldseggersbach gut vorbereitet und die Kamine
geöffnet. Die Schuhe und Stiefel sind aufs feinste
geputzt und alle Wunschzettel rechtzeitig abgegeben.
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| Strom nicht vergeuden
Als
vor kurzem alle Dippoldseggersbacher gleichzeitig einen Test
ihrer Weihnachtsbeleuchtungen durchführten, brach wegen der
totalen Überlastung die Stromversorgung völlig zusammen.
Deshalb wurde sofort eine Weihnachtsbeleuchtung für alle installiert
und darum gebeten, sich doch wieder auf normale Kerzen zu
besinnen. Dies
hat außerdem den Vorteil, daß selbst ohne Strom ein
festlicher Lichterschein gewährleistet ist. Wer unbedingt
auf seine elektrischen Beleuchtung besteht, muß selber für
eine ausreichende Energiezufuhr sorgen. Je 10 Watt Leistung
ist eine halbe Stunde "Pusten" angesagt!
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